Pressemitteilung zu Kehrbuchdaten
Fürth, den 31. Juli 2026
Kehrbuchdaten in Bayern 2024: Rund 6,4 Mio. Feuerstätten im Freistaat
Erhebung der Kehrbuchdaten liefert detaillierte Ergebnisse für die bayerischen Regierungsbezirke
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik gibt es in Bayern im Berichtsjahr 2024 rund 6,4 Mio. aktive Feuerstätten, das sind rund 90 000 weniger als im Jahr zuvor. Wie im Jahr 2023 wird etwas mehr als die Hälfte der Feuerstätten (rund 3,2 Mio.) mit fester Biomasse, wie z.B. Scheitholz oder Pellets, betrieben. Im Durchschnitt sind die Feuerstätten etwa 18 Jahre alt. Als Feuerstätte sind neben Zentralheizungen wie Heizkesseln und Einzelraumfeuerstätten, wie der klassische Kaminofen, auch Anlagen zur Prozesswärme wie Räucheranlagen oder Brauchwasserbereitung zur Aufbereitung von Wasser für den täglichen Gebrauch wie Durchlauferhitzer gemeint.
Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, gibt es in Bayern im Jahr 2024 rund 6,4 Mio. Feuerstätten, das sind etwa 90 000 weniger als im Vorjahr. Das rechnerische mittlere Baujahr (Median) der Feuerstätten ist das Jahr 2006. Ihr Medianalter beläuft sich demnach wie im Vorjahr auf 18 Jahre. Ein Großteil der Feuerstätten wird für die Raumwärme genutzt, d.h. es handelt sich um Zentralheizungen oder Einzelraumfeuerstätten. Daneben machen die Anlagen zur Prozesswärme oder zur Aufbereitung von Wasser für den täglichen Gebrauch einen deutlich geringeren Anteil aus.
Wie die Expertinnen und Experten des Bayerischen Landesamts für Statistik weiter mitteilen, befinden sich mit rund 1,8 Mio. Anlagen die meisten Feuerstätten im bevölkerungsreichen Oberbayern, die wenigsten gibt es mit rund 640 000 in Oberfranken.
Regionale Unterschiede bei den dominierenden Brennstoffen
Die dominierenden Brennstoffe, die in den Feuerstätten in Bayern zur Verwendung kommen, sind feste Biomasse (50,6 Prozent), Gas (26,0 Prozent) und Heizöl (21,1 Prozent). Gegenüber dem Berichtsjahr 2023 steigt der Anteil von fester Biomasse um 0,7 Prozentpunkte, während die Anteile von Gas (-0,3 Prozentpunkte) und Heizöl (-0,4 Prozentpunkte) leicht zurückgehen. Die restlichen 2,3 Prozent entfallen auf verschiedene Brennstoffe wie beispielsweise Braunkohle, Steinkohle oder Biogas aus der Landwirtschaft.
In den bayerischen Regierungsbezirken zeigt sich ein differenziertes Bild: In Niederbayern dominiert mit 59,6 Prozent (+0,5 Prozentpunkte) weiterhin die feste Biomasse, wie bspw. Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets. In Mittelfranken werden 41,4 Prozent der Feuerstätten mit fester Biomasse befeuert. Das sind zwar 0,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, es ist aber weiterhin der mit Abstand niedrigste Wert unter den Regierungsbezirken.
Genau umgekehrt verhält es sich beim Gas: Während in Mittelfranken mit einem Anteil von 35,0 Prozent (2023: 35,2 Prozent) mehr als jede dritte Feuerstätte so häufig wie in keinem anderen Regierungsbezirk mit diesem Brennstoff betrieben wird, sind es in Niederbayern nur 13,9 Prozent.
Beim Heizöl unterscheiden sich die Regierungsbezirke marginal. Es wird im Berichtsjahr 2024 mit 23,6 Prozent am häufigsten in Niederbayern (2023: 24,0 Prozent) und mit 19,4 Prozent am wenigsten häufig in Unterfranken (2023: 19,6 Prozent) verwendet.
Baujahr und mittleres Baualter nach Brennstoff
Eine Auswertung der Feuerstätten nach Baujahr zeigt, dass sich diese nach Art des Brennstoffes unterscheiden. Die mit Gas und fester Biomasse betriebenen Feuerstätten sind mit einem berechneten Median-Baujahr von 2009 (Mittleres Baualter: 15 Jahre) bzw. 2008 (Mittleres Baualter Biomasse: 16 Jahre) vergleichsweise neu, währenddessen die mit Heizöl betriebenen Feuerstätten mit einem berechneten Baujahr von 1999 (Mittleres Baualter Öl: 25 Jahre) deutlich älter sind.
Kehrbuchdaten wichtige Basis für die Kommunale Wärmeplanung
Die Erhebung der Kehrbuchdaten wird zum Zweck einer räumlich hochaufgelösten Energie- und Emissionsberichterstattung gesetzlich angeordnet und durchgeführt. Von besonderer Bedeutung sind die Kehrbuchdaten aktuell auch im Rahmen der Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung in den bayerischen Gemeinden.
Hinweise:
Mehr Ergebnisse finden Sie online in unserer GENESIS Datenbank.
Als „Feuerstätte“ wird eine im oder am Gebäude ortsfest benutzte Anlage bezeichnet, „welche dazu bestimmt ist, durch Verbrennung Wärme zu erzeugen“ (Kehr- und Überprüfungsordnung – KÜO).
Die Ergebnisse lassen sich aus der Erhebung der Kehrbuchdaten gewinnen. Die Erhebung bezieht bestimmte Merkmale, zum Standort der Feuerstätte sowie technischer Art, von den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern. Die Bevollmächtigten sind für die Betriebs- und Brandsicherheit in ihrem Kehrbezirk zuständig, übernehmen damit eine hoheitliche Aufgabe und führen zu diesem Zwecke ein Kehrbuch.
Die Erhebung der Kehrbuchdaten wird als Landesstatistik nach Art. 6 des BayKlimaG zum Zweck einer räumlich hochaufgelösten Energie- und Emissionsberichterstattung auf der Grundlage des Art. 9 BayStatG durchgeführt. Von besonderer Bedeutung sind die Kehrbuchdaten aktuell auch im Rahmen der Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung in den bayerischen Gemeinden.
Aktuell läuft die Erhebung für das Berichtsjahr 2025, die Ergebnisse werden zu Beginn des Jahres 2027 veröffentlicht.
Der Median ist ein Lageparameter und entspricht dem Messwert, der genau in der Mitte einer nach Größe sortierten Zahlenreihe liegt. Der Median ist im Vergleich mit dem arithmetischen Mittel (Durchschnitt) robuster gegenüber Ausreißern. Aus diesem Grund wird der Median hier zur Darstellung des mittleren Baujahrs von Feuerstätten verwendet.
