Pressemitteilung zur Hitzewelle in Bayern
Fürth, den 30. Juli 2026
Hitzewelle in Bayern: Statistische Einblicke in die heißen Tage
Kosten für Erfrischung und Sonnenschutz steigen, mehr Neubauten mit Klimaanlage
Was die Hitze in Bayern aus Sicht der amtlichen Statistik bedeutet, zeigt eine neue Auswertung des Bayerischen Landesamts für Statistik. Während Eintrittspreise für Schwimmbäder und Preise für Erfrischungsgetränke weiter nach oben gehen, verzeichnen hitze-assoziierte Behandlungen und Sterblichkeit rückläufige Zahlen. Gleichzeitig nimmt die Ausstattung neuer Gebäude mit Kühlanlagen deutlich zu.
Fürth. Der bayerische Sommer nimmt nochmal Fahrt auf und mit ihm die hohen Temperaturen.
Die Expertinnen und Experten aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik werten aus diesem Anlass Daten der Verbraucherpreis- und Baustatistik, dem produzierenden Gewerbe sowie aus dem Bereich Gesundheit aus.
Eintrittspreise für Schwimmbäder seit 2015 um mehr als 40 Prozent gestiegen
Eine Möglichkeit, sich bei der Hitze abzukühlen ist der Besuch im Schwimmbad. Für den Sprung in das kühle Nass müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Juni 2026 allerdings 32,2 Prozent mehr bezahlen als noch 2020, im Vergleich zum Jahr 2015 sind es sogar 41,1 Prozent mehr.
Zuletzt sind die Preise für den Eintritt ins Schwimmbad im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat Mai 2026 um 0,5 Prozent leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 sind die Preise im Juni diesen Jahres um 1,4 Prozent gestiegen. Für den Schwimmbadbesuch braucht es auch Badebekleidung. Für Herren ist die Badebekleidung im Vergleich zu 2020 um 21,5 Prozent teurer geworden. Für Damenbadebekleidung müssen die Verbraucherinnen insgesamt 16,0 Prozent zu 2020 mehr bezahlen.
Hohe Preissteigerung seit 2015 bei Getränken oder Sonnenschutz
Abkühlung kann aber auch kaltes Mineralwasser oder Erfrischungsgetränke bringen. Auch wenn Mineralwasser zuletzt im Juni 2026 um 5,6 Prozent günstiger geworden ist im Vergleich zum Vormonat Mai 2026, so ist der Preis in den letzten 10 Jahren spürbar gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2015 sind die Preise für Mineralwasser um 25,8 Prozent gestiegen, zum Jahr 2020 um 22,9 Prozent. Erfrischungsgetränke (ohne Mineralwasser) sind noch teurer geworden. Hier zeichnet sich ein Preisanstieg von 60,0 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 und immerhin ein Anstieg um 37,0 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020 ab. Am aktuellen Rand sind Erfrischungsgetränke um 4,7 Prozent teurer geworden im Vergleich zwischen Juni diesen Jahres und Juni 2025, allerdings von Mai 2026 zum Juni 2026 um 0,1 Prozent gesunken.
Zum Schutz gegen die Sonne hilft einerseits eine Mütze, Kappe oder Hut, andererseits auch ein Sonnenschirm. Die Preise für Mützen, Kappen und Hüte sind zwischen 2015 und Juni 2026 um 44,2 Prozent gestiegen, zwischen dem Jahr 2020 und Juni 2026 liegt ein Preisanstieg von 26,2 Prozent vor. Zuletzt sind Mützen, Kappen und Hüte im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent teurer geworden. Bei Sonnenschirmen fiel die Preissteigerung geringer aus (+37,4 Prozent zwischen Juni 2026 und 2015 und +20,9 Prozent zwischen Juni 2026 und 2020).
Hitzebedingte Behandlung in Krankenhäusern geht seit 2022 zurück
Im Jahr 2024 wurden in Bayerischen Krankenhäusern insgesamt 156 Patientinnen und Patienten aufgrund von „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ (Hauptdiagnose „T67“ gemäß der ICD-10) vollstationär behandelt. Das sind 25 Fälle (13,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Bezogen auf den Zeitraum der Jahre 2000 bis einschließlich 2024 waren es jährlich durchschnittlich 288,4 Behandlungsfälle (insgesamt 7 211 Fälle), mit dem absolut niedrigsten Wert von 114 Fällen im Jahr 2020 und Höchstwerten von 552 bzw. 530 in den Jahren 2015 und 2003, die sehr heiße Sommer mit sich brachten. Zur Hauptdiagnose „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ (T67) gehören insbesondere die Unterdiagnosen „T67.0 Hitzschlag und Sonnenstich“ (118 Behandlungsfälle im Jahr 2024) sowie „T67.1 Hitzesynkope“ (Hitzekollaps) mit 25 Behandlungsfällen im Jahr 2024.
Hitze-assoziierte Sterblichkeit 2025 auf niedrigem Niveau
Das Bayerische Landesamt für Statistik hat die Zahl der hitze-assoziierten Sterbefälle in den Klimaregionen Bayerns für die Jahre 2018 bis 2025 mit der HEAT-II-Methode geschätzt und damit die erstmals im Juni 2024 durchgeführten regionalisierten Berechnungen zu hitze-assoziierter Sterblichkeit in Bayern aktualisiert.
Für das Jahr 2025 ergibt sich trotz einer im Verhältnis zu den vorherigen heißen Sommern ähnlichen Anzahl von Hitzetagen ein relativ niedriger Schätzwert hitze‑assoziierter Todesfälle (2025: 77 Fälle). Vergleichsweise wenige Hitzetage sowie die niedrigste Zahl hitze-assoziierter Todesfälle sind im Untersuchungszeitraum für das Jahr 2024 mit 45 hitze-assoziierte Sterbefällen festzustellen. Besonders hohe Werte zeigen sich hingegen in den Jahren 2018 mit 463, 2019 mit 433 und 2022 mit 747 hitze-assoziierten Sterbefällen. Wobei das zuletzt genannte Jahr neben extremen Sommertemperaturen auch von einer intensiven COVID-19-Welle in der warmen Jahreszeit geprägt war.
Produktion von Klimageräten in Bayern sinkt gegenüber 2020 deutlich
Trotz häufiger Hitzewellen ist die Produktion von Klimaanlagen und -geräten in Bayern in den letzten Jahren eher zurückgegangen. Im Jahr 2025 wurden landesweit rund 67 000 solcher Geräte hergestellt. Im Jahr 2020 waren es noch 108 000 Stück. Damit nahm die Produktion von Klimageräten im Freistaat in den letzten fünf Jahren um 38,1 Prozent ab. Nach der geringen Produktion im Jahr 2024 ist die Anzahl der produzierten Geräte zuletzt wieder gestiegen. Wertmäßig ist die Produktion seit 2020 um 2,9 Prozent auf fast 458 Millionen Euro im Jahr 2025 angewachsen.
Immer mehr neue Wohngebäude in Bayern mit Anlagen zur Kühlung
Ein zunehmender Anteil der in Bayern neu errichteten Wohngebäude ist mit einer Anlage zur Kühlung ausgestattet. 3,7 Prozent der 15 206 der Wohngebäude, die im Jahr 2025 neu gebaut wurden, verfügen über eine solche Anlage. Im Jahr 2015 liegt der Anteil bei 1,9 Prozent der damals 23 074 fertiggestellten Wohngebäude. Damit hat sich der Anteil innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt.
Besonders häufig werden Anlagen zur Kühlung bei größeren Mehrfamilienhäusern eingebaut. Von den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden mit 13 oder mehr Wohnungen sind 7,6 Prozent entsprechend ausgestattet. Der Anteil ist damit mehr als doppelt so hoch wie bei den Wohngebäuden insgesamt.
Hohe Anteile bei Schulen sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden
Bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Nichtwohngebäuden liegt der Anteil der Neubauten mit einer Anlage zur Kühlung insgesamt bei 7,6 Prozent. Deutlich höhere Werte zeigen sich insbesondere bei Gebäuden, die der Ausbildung, der Arbeit oder der Versorgung von Menschen dienen. So verfügen 38,1 Prozent der 63 fertiggestellten Schulgebäude über eine Anlage zur Kühlung. Bei den 282 neu errichteten Büro- und Verwaltungsgebäuden beträgt der Anteil 37,2 Prozent. Von den 46 fertiggestellten Anstaltsgebäuden, zu denen beispielsweise Krankenhäuser und Pflegeheime zählen, sind 26,1 Prozent entsprechend ausgestattet.
Hinweise:
Die Vergleiche mit den Jahren 2015 und 2020 sind Vergleiche der Preise im Juni 2026 mit den durchschnittlichen Preisen des Jahres 2015 bzw. 2020.
