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Pressemitteilung zu Kommunalwahlen

160/2026/14/B-VII
Fürth, den 17. Juni 2026

Kommunalwahlen 2026: Abschließende Ergebnisse der Gremienwahlen liegen auch auf Gemeindeebene vor

Differenzierte Ergebnisse zu den Wahlen der Gemeinde- und Stadträte sowie der Kreistage am 8. März 2026 ab sofort verfügbar

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, liegen nun die abschließenden Ergebnisse zu den Wahlen der Gemeinde- und Stadträte sowie der Kreistage vor. Sämtliche Ergebnisse auch für die kreisangehörigen Gemeinden sind ab sofort online in der Datenbank GENESIS Bayern abrufbar.
Der Frauenanteil in den kommunalen Gremien steigt gegenüber 2020 um
2,2 Prozentpunkte auf insgesamt 25,4 Prozent. Mit 36,0 Prozent liegt der Frauenanteil bei den Stadtratsmitgliedern (der kreisfreien Städte) am höchsten, gefolgt von 29,6 Prozent bei den Mitgliedern der Kreistage sowie 24,5 Prozent bei den Mitgliedern der Gemeinde- und Stadträte kreisangehöriger Gemeinden.

Die Ergebnisse beinhalten erstmals auch Informationen zu Briefwahlanteilen.

Fürth. Das Landesamt hat die abschließenden Ergebnisse zu den Kommunalwahlen 2026 in Bayern veröffentlicht. Damit sind jetzt auch die Ergebnisse zu den Gemeinderatswahlen in den kreisangehörigen Gemeinden, der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten sowie der Wahl der Kreistage in den Landkreisen in der Datenbank GENESIS-Online Bayern abrufbar. Im Statistischen Bericht ist das Kommunalwahlergebnis 2026 aus den Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und der Wahl der Kreistage in den Landkreisen auch jeweils auf Ebene der sieben Regierungsbezirke in einem Dokument zusammengefasst und ab sofort kostenfrei als .pdf zum Download verfügbar.      

Die Kernaussagen im Überblick
Von den rund 10,25 Millionen Stimmberechtigten haben 63,0 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. 32,5 Prozent der Stimmen entfallen auf die CSU, die damit
1,9 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis bei den letzten allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen im Jahr 2020 bleibt. Die GRÜNEN kommen auf 13,6 Prozent der gültigen Stimmen und müssen damit gegenüber den Kommunalwahlen 2020 Einbußen hinnehmen (‑3,9 Prozentpunkte). Auch die SPD schneidet mit einem landesweiten Stimmenanteil von
12,3 Prozent schlechter ab als 2020 (-1,4 Prozentpunkte). Die AfD kommt auf einen Anteil von
12,2 Prozent der Stimmen und kann +7,5 Prozentpunkte dazu gewinnen. Die Partei FREIE WÄHLER erzielt 12,1 Prozent der Stimmen (+0,2 Prozentpunkte). Die vorgenannten Zahlen beinhalten dabei auch gemeinsame Wahlvorschläge, bei denen die jeweilige Partei in der Bezeichnung des Wahlvorschlags jeweils an erster Stelle genannt wird.

Alle weiteren Parteien sowie übrige gemeinsame Wahlvorschläge (unter Beteiligung einer Partei) können insgesamt 9,1 Prozent der (gültigen) Stimmen auf sich vereinigen (-0,0 Prozentpunkte). Auf die verschiedenen Wählergruppen entfallen insgesamt 8,2 Prozent (-0,4 Prozentpunkte). Aufgrund der Nachwahl am 5. Juli 2026 liegt aktuell für die Wahl des Kreistags im Landkreis Rhön-Grabfeld nur ein vorläufiges Ergebnis vor. Der Statistische Bericht wird nach Verarbeitung dieser Ergebnisse aktualisiert und auch in Druckform bereitgestellt.

Gegenüber dem am 10. März 2026 veröffentlichten Ergebnis auf Grundlage der Schnellmeldungen haben sich insgesamt nur geringfügige Änderungen ergeben.

Die stimmenstärksten Wahlvorschläge nach Regierungsbezirken
Bei den Ergebnissen zeigen sich deutliche Unterschiede in regionaler Hinsicht. Nachfolgend dargestellt sind die Stimmenanteile der drei jeweils erfolgreichsten Wahlvorschläge im Rahmen der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und der Kreistagswahlen in den einzelnen Regierungsbezirken – jeweils einschließlich gemeinsamer Wahlvorschläge:

·        Oberbayern: CSU: 32,5 Prozent, GRÜNE: 18,1 Prozent, SPD: 12,4 Prozent

·        Niederbayern: CSU: 31,6 Prozent, AfD: 15,4 Prozent, FREIE WÄHLER: 14,2 Prozent

·        Oberpfalz: CSU: 33,2 Prozent, FREIE WÄHLER: 14,4 Prozent, AfD: 12,3 Prozent

·        Oberfranken: CSU: 32,7 Prozent, SPD: 14,8 Prozent, AfD: 14,0 Prozent

·        Mittelfranken: CSU: 31,7 Prozent, SPD: 17,0 Prozent, GRÜNE: 14,3 Prozent

·        Unterfranken: CSU: 33,9 Prozent, FREIE WÄHLER: 14,4 Prozent, GRÜNE: 13,3 Prozent

·        Schwaben: CSU: 32,6 Prozent, FREIE WÄHLER: 15,9 Prozent, AfD: 14,5 Prozent.

Briefwahlanteile zum ersten Mal ausgewiesen
Erstmals wird im Rahmen der Kommunalwahlen auch die Zahl der Briefwähler und der Briefwahlanteil zentral nachgewiesen. Bei der Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden sowie der Wahl der Kreistage liegt dieser nahezu gleichauf bei 66,1 bzw.
66,0 Prozent; bei den Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten ergibt sich ein signifikant niedrigerer Anteil von 54,6 Prozent. Insgesamt liegt der Briefwahlanteil bei 64,5 Prozent.

Auch im Vergleich zu den letzten parlamentarischen Wahlen setzt sich somit die langfristige Entwicklung steigender Briefwahlanteile fort, welcher zuletzt bei der Bundestagswahl 2025 im Freistaat bei 52,2 Prozent lag. Zur Landtagswahl 2023 haben 55,1 Prozent und bei der Europawahl 2024 in Bayern 53,7 Prozent der Wähler mit Brief abgestimmt.

Frauenanteile gestiegen
Von den insgesamt 5 542 gewählten Mitgliedern der Stadträte in den kreisfreien Städten und der Kreistage in den Landkreisen sind 31,0 Prozent Frauen. Gegenüber 2020 entspricht dies einem Zuwachs um 2,0 Prozentpunkte. Der Frauenanteil liegt dabei mit 36,0 Prozent bei den Stadträten deutlich höher als bei den Kreistagen mit 29,6 Prozent.

In den kreisangehörigen Gemeinden wurden 31 920 Mitglieder der Gemeinde- und Stadträte gewählt. Der Anteil der Frauen steigt gegenüber 2020 um rund 2,2 Prozentpunkte auf
24,5 Prozent.

Insgesamt ergibt sich für die am 8. März 2026 in den Kommunen und Landkreisen gewählten Gremienmitglieder (insgesamt 37 462) ein Frauenanteil von 25,4 Prozent.

Anteil ungültiger Stimmen bei Wahl der Kreistage gegenüber 2020 leicht gesunken
Der durchschnittliche Anteilswert der ungültigen Stimmzettel bleibt sowohl bei der Wahl der Stadträte in den kreisfreien Städten (2,5 Prozent) als auch bei der Wahl der Gemeinde-/ Stadträte in den kreisangehörigen Gemeinden (2,1 Prozent) im Vergleich zu 2020 nahezu konstant. Bei der Wahl der Kreistage gaben 3,4 Prozent der Wähler einen ungültigen Stimmzettel ab –
0,4 Prozentpunkte weniger als sechs Jahre zuvor.

Bei der Wahl der Gemeinde- und Stadträte sowie der Kreistage können die Wählerinnen und Wähler vergleichsweise viele Stimmen nicht nur für einen Wahlvorschlag, sondern flexibel, auch wahlvorschlagsübergreifend an die einzelnen Bewerberinnen und Bewerber vergeben. Hierbei ist jedoch u. a. zu beachten, dass die zu vergebende Stimmenzahl nicht überschritten werden darf, da sonst ein insgesamt ungültiger Stimmzettel vorliegt.

Bei der letzten Bundestagswahl 2025 waren in Bayern nur 0,3 Prozent der Zweitstimmen (und
0,6 Prozent der Erststimmen) als ungültig zu werten. Bei der Landtagswahl 2023 lag der Anteil der ungültigen Gesamtstimmen bei 1,0 Prozent und bei der Europawahl 2024 im Freistaat bei
0,2 Prozent.

Der Statistische Bericht zu den abschließenden Ergebnissen der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und der Wahl der Kreistage in den Landkreisen ist zum Download unter folgendem Link abrufbar: www.statistik.bayern.de/wahlen/kommunalwahlen

Das Bayerische Landesamt für Statistik wird im Juli 2026 das Informationsangebot zu den Kommunalwahlen 2026 um die Statistischen Berichte „Kommunalwahlen in Bayern 1946 bis 2026“ sowie „Frauen in der Wahlstatistik Bayerns“ erweitern und nachfolgend um die Veröffentlichung „Tabellen – Regionalergebnisse – Schaubilder“ ergänzen. In der letztgenannten Veröffentlichung werden sich z.B. Ergebnisse auch auf Ebene der einzelnen kreisangehörigen Gemeinden wie auch Analysen zur Art der Kennzeichnung der Stimmzettel bis auf Gemeindeebene finden.