Pressemitteilung
Fürth, den 28. Mai 2026
Reallöhne im Freistaat steigen im ersten Quartal 2026 um 1,8 Prozent
Nominallohnzuwachs liegt bei 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal
Die Nominallöhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im ersten Quartal 2026 um durchschnittlich 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise nehmen im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zu. Wie das Fachteam im Bayerischen Landesamt für Statistik weiter mitteilt, errechnet sich für die Reallöhne im Freistaat im ersten Quartal 2026 ein Zuwachs um 1,8 Prozent. Damit setzt sich die positive Entwicklung der Reallöhne seit dem dritten Quartal 2023 weiter fort.
Fürth. Die nominalen Verdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im ersten Quartal 2026 um durchschnittlich 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Hierzu beigetragen hat unter anderem die zum 1. Januar 2026 erfolgte Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde.
Die Verbraucherpreise nehmen im ersten Quartal 2026 um 2,2 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres zu. Somit steigen die realen (preisbereinigten) Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im selben Zeitraum durchschnittlich um 1,8 Prozent. Damit setzt sich die positive Entwicklung der Reallöhne seit dem dritten Quartal 2023 weiter fort.
Nominallohnsteigerungen im Dienstleistungsbereich überdurchschnittlich
Sowohl im Produzierenden Gewerbe als auch im Dienstleistungsbereich entspricht die nominale Verdienststeigerung im ersten Quartal 2026 mit jeweils einem Plus von 4,1 Prozent der Entwicklung in der Gesamtwirtschaft.
Innerhalb des Produzierenden Gewerbes weist der Wirtschaftsabschnitt „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ mit 5,7 Prozent ein überdurchschnittliches Nominallohnwachstum auf. In den Wirtschaftsabschnitten „Baugewerbe“ (+4,4 Prozent), „Energieversorgung“ (+4,3 Prozent) und „Verarbeitendes Gewerbe“ (+4,2 Prozent) lässt sich eine leicht überdurchschnittliche Steigerung der Nominallöhne feststellen.
Innerhalb des Dienstleistungsbereichs verzeichnen im ersten Quartal 2026 insbesondere die Wirtschaftsabschnitte „Information und Kommunikation“ (+8,0 Prozent) und „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (+7,8 Prozent) starke Verdienststeigerungen gegenüber dem ersten Quartal 2025. Auch im Abschnitt „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ steigen die nominalen Verdienste mit 6,1 Prozent überdurchschnittlich. Im Wirtschaftsabschnitt "Gesundheits- und Sozialwesen" sowie im dazugehörigen Wirtschaftszweig "Gesundheitswesen" liegt mit einem Plus von jeweils 4,7 Prozent ebenfalls ein überdurchschnittliches Nominallohnwachstum vor.
Dagegen fällt der Nominallohnzuwachs in den Wirtschaftsabschnitten „Erziehung und Unterricht“ (+2,9 Prozent), „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (+2,1 Prozent) sowie „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ (+0,5 Prozent) vergleichsweise gering aus.
Geringverdienende und Frauen mit stärkstem Nominallohnzuwachs
Bei Betrachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach ihrem Beschäftigungsumfang zeigt sich, dass sowohl für Vollzeitkräfte als auch für Teilzeitkräfte im ersten Quartal 2026 der Anstieg der Nominallöhne mit 4,2 Prozent marginal über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Nominallöhne aller Beschäftigten liegt. Geringfügig Beschäftigte weisen im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal mit einem Plus von 4,8 Prozent ein etwas höheres Nominallohnwachstum auf.
Unter den Vollzeitbeschäftigten hat das Fünftel mit den geringsten Verdiensten (1. Quintil) mit im Durchschnitt 7,6 Prozent den höchsten Nominallohnanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten unter den Beschäftigten in Vollzeit (5. Quintil) beläuft sich der Lohnanstieg im ersten Quartal 2026 auf durchschnittlich 3,5 Prozent. Die nominalen Verdienste von vollzeitbeschäftigten Frauen nehmen im ersten Quartal 2026 mit im Schnitt 4,7 Prozent etwas stärker zu als die Nominallöhne von Männern in Vollzeit mit durchschnittlich 4,0 Prozent.
Hinweise:
Regionalisierte Daten stehen nicht zur Verfügung.
Nominallohnindex und Reallohnindex
Der Nominallohnindex bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab.
Beim Reallohnindex wird die Verdienstentwicklung ins Verhältnis zur Entwicklung der Verbraucherpreise gesetzt.
Er gibt somit Hinweise zur Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Quintile
Quintile teilen die Verdienste in fünf Größenklassen. Das erste Quintil umfasst das untere Fünftel der Beschäftigten auf der Verdiensteskala, das sind die 20 Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Verdiensten. Das fünfte Quintil umfasst die 20 Prozent der Beschäftigten mit den höchsten Verdiensten.
Datengrundlage
Die Datengrundlage für den Nominallohnindex ist die Verdiensterhebung. Hierfür werden in einer repräsentativen Stichprobe rund 6 400 bayerische Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich befragt.
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der in KW 23 erscheint:„Verdienstindizes in Bayern im 1. Quartal 2026“ (Bestellnummer: N1300C 202641).
Des Weiteren können die Ergebnisse zum Real- und Nominallohnindex auch über die Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden: Bayerisches Landesamt für Statistik - GENESIS-Online: Statistik: 62361.
