Pressemitteilung zur Reg. Bevölkerungsvorausberechnung
Fürth, den 27. April 2026
Wie entwickelt sich Bayerns Bevölkerung bis zum Jahr 2044? Neue Vorausberechnungen für Landkreise, kreisfreie Städte und kreisangehörige Gemeinden
Bevölkerung Bayerns wächst langsamer, deutliche regionale Unterschiede
- Bevölkerung Bayerns wächst in der Vorausberechnung weiterhin moderat. Es ergibt sich ein Zuwachs von rund 278 000 Einwohnern bis zum Jahr 2044. Die Gesamteinwohnerzahl Bayerns läge dann bei etwa 13,53 Millionen.
- Die Zahl der unter 20-Jährigen in der Gesamtbevölkerung Bayerns geht bis 2044 leicht zurück, die Gruppe der Personen ab 67 Jahren wird deutlich größer. Im Jahr 2044 kommen knapp 41 Personen im Alter ab 67 Jahren auf 100 Personen im potenziell erwerbsfähigen Alter. Im Jahr 2024 lag dieses Verhältnis noch bei etwa 30 zu 100 Personen.
- Die Vorausberechnung zeigt regionale Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung.
Drei der sieben Regierungsbezirke Bayerns weisen bei der Bevölkerungszahl ein deutliches Plus zwischen drei bis fünf Prozent auf. - In den nächsten zwei Jahrzehnten werden Wanderungsgewinne für alle kreisfreien Städte und Landkreise erwartet.
- Von den 2056 Gemeinden und kreisfreien Städten Bayerns können 785 bis zum Jahr 2038 von einem deutlichen Bevölkerungswachstum ausgehen. Etwa 40 Prozent bzw. 802 der bayerischen Gemeinden werden bis zum Jahr 2038 mit Veränderungen zwischen -2,5 Prozent bis unter +2,5 Prozent eine relativ stabile Bevölkerungsentwicklung aufweisen. Für 469 Gemeinden – das entspricht knapp 23 Prozent aller bayerischen Gemeinden – werden bis zum Jahr 2038 deutlichere Bevölkerungsrückgänge erwartet.
Fürth. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat zwei neue Bevölkerungsvorausberechnungen veröffentlicht: Die jährlich aktualisierte Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung bis zum Jahr 2044 für den Freistaat, die Regierungsbezirke sowie die kreisfreien Städte und Landkreise sowie den Demographie-Spiegel bis 2038/2044* für alle 2056 bayerischen Gemeinden.
Daten aus jüngsten Zensuserhebungen in den Berechnungen berücksichtigt
Mit dem Demographie-Spiegel bis 2038/2044 stehen nun erstmals auch für alle bayerischen Gemeinden Vorausberechnungen auf der Grundlage des Zensus 2022 bereit.
Das Fachteam des Landesamts für Statistik stellt mit seinen Bevölkerungsvorausberechnungen Staat, Kommunen sowie Wirtschaft und Gesellschaft eine aktuelle Planungs- und Entscheidungsgrundlage zur Verfügung. Die Ergebnisse veranschaulichen, welche Bevölkerungsentwicklung die Regierungsbezirke, Landkreise und kreisfreien Städte sowie Gemeinden in den kommenden Jahren unter Berücksichtigung der vergangenen Entwicklung und aktueller Trends erwarten können.
Bayern bleibt attraktiv und wächst weiter – 278 000 mehr Einwohner erwartet
Die Bevölkerung des Freistaats wird auch in Zukunft wachsen und nach der aktuellen Vorausberechnung im Jahr 2044 rund 13,53 Millionen Einwohner zählen. Im Vergleich zu den 13,25 Millionen Einwohnern im Jahr 2024 entspricht das einem Plus von 2,1 Prozent
(+278 000 Personen) und damit einem Wachstum von durchschnittlich circa 14 000 Personen pro Jahr.
In den vergangenen zwanzig Jahren lag das durchschnittliche Bevölkerungswachstum – vor allem aufgrund außergewöhnlich hoher Wanderungsgewinne – bei etwa 40 000 Personen pro Jahr.
Bevölkerungsentwicklung verläuft regional unterschiedlich
Wenngleich auch in Zukunft allen kreisfreien Städten und Landkreisen Wanderungsgewinne vorausberechnet werden, verläuft die demographische Entwicklung regional unterschiedlich. Drei der sieben Regierungsbezirke Bayerns weisen mit Blick auf die Bevölkerungszahl ein deutliches Plus zwischen drei bis etwa fünf Prozent auf.
Drei weitere Regierungsbezirke sollten ihr derzeitiges Bevölkerungsniveau in etwa halten, ein Regierungsbezirk hat mit einem moderaten Rückgang der Einwohnerzahlen
zu rechnen. Hier kann der vorhandene Sterbefallüberschuss – also die im Vergleich zu den Geburten höhere Zahl an Sterbefällen – nicht mehr durch Wanderungsgewinne ausgeglichen werden.
Bis zum Jahr 2038 können von den 2056 Gemeinden und kreisfreien Städten Bayerns
785 (38,2 Prozent) von einem deutlichen Bevölkerungswachstum ausgehen, 802 (39,0 Prozent) der bayerischen Gemeinden werden mit Veränderungen zwischen -2,5 Prozent bis unter +2,5 Prozent eine relativ stabile Bevölkerungsentwicklung aufweisen. Für 469 Gemeinden (22,8 Prozent) werden bis zum Jahr 2038 deutlichere Bevölkerungsrückgänge erwartet.
Der Demographie-Spiegel zeigt, dass auch zwischen den Gemeinden innerhalb eines Landkreises große Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung bestehen können.
So werden nach den Ergebnissen der Gemeindevorausberechnung in fast allen Landkreisen sowohl Gemeinden mit wachsender als auch rückläufiger Bevölkerungszahl zu verzeichnen sein.
Demographischer Wandel spürbar – Altersstruktur verändert sich in allen Regionen deutlich
Veränderungen gibt es nicht nur bei den Einwohnerzahlen, sondern auch bei der Altersstruktur der Bevölkerung. Für das Jahr 2044 wird in Bayern ein Anstieg des Durchschnittsalters um 1,7 Jahre berechnet. Liegt es derzeit bei 44,3 Jahren, so beträgt es in 20 Jahren voraussichtlich durchschnittlich 46,0 Jahre.
Noch anschaulicher wird diese Entwicklung beim Blick auf die Altersgruppen. Die im Jahr 2024 noch 2,51 Millionen Personen große Gruppe der 67-Jährigen und Älteren wird binnen 20 Jahren um rund 687 000 Personen auf dann 3,20 Millionen Menschen anwachsen. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung steigt von 19,0 Prozent im Jahr 2024 auf 23,6 Prozent im Jahr 2044 an. Von dieser Tendenz sind alle Regierungsbezirke, kreisfreien Städte und Landkreise betroffen.
Gleichzeitig geht in Bayern die Zahl der Personen im Alter von 20 bis einschließlich
66 Jahren gegenüber dem Jahr 2024 um 371 000 Personen auf 7,88 Millionen zurück.
Während diese Gruppe aktuell noch 62,3 Prozent der Bevölkerung darstellt, werden es im Jahr 2044 nur noch 58,2 Prozent sein.
Die Zahl der jüngeren Einwohner unter 20 Jahren sinkt nach der Vorausberechnung um
38 000 Personen auf 2,45 Millionen im Jahr 2044. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird mit 18,8 Prozent im Jahr 2024 und 18,1 Prozent im Jahr 2044 annähernd konstant bleiben.
Dadurch werden im Jahr 2044 voraussichtlich etwa 31 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren sowie knapp 41 Personen im Ruhestandsalter ab 67 Jahren auf 100 Personen im potenziell erwerbsfähigen Alter kommen.
Der langfristige Trend einer fast überall in Bayern alternden Bevölkerung setzt sich damit fort.
Auch Sonderereignisse wie die Zuwanderung von Schutzsuchenden oder die Corona-Pandemie werden dies – trotz teilweiser noch nachwirkender Einflüsse auf die Bevölkerungsentwicklung – voraussichtlich nicht maßgeblich ändern.
Regionalisierte Ergebnisse für die Regierungsbezirke
Hinweise:
Die Bevölkerungsvorausberechnungen zeigen, wie sich die Bevölkerung unter Berücksichtigung der vergangenen Entwicklung und aktueller Trends in ihrer Zahl und ihrer Altersstruktur verändern würde. Die Ergebnisse sind nicht als endgültig im Sinne einer unabänderlichen Tatsache zu verstehen. Neben unvorhersehbaren Ereignissen, wie z.B.
Kriegen, Konflikten oder Pandemien, hat auch politisches Handeln oder Nicht-Handeln einen Einfluss auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung. Um solche Veränderungen zu berücksichtigen, werden die Vorausberechnungen regelmäßig durch das Bayerische Landesamt für Statistik aktualisiert: die Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (Kreisebene) jährlich, der Demographie-Spiegel (Gemeindeebene) ca. alle drei Jahre.
*Methodisch sind Bevölkerungsvorausberechnungen für Gemeinden mit wenigen Einwohnern schwieriger umzusetzen als Berechnungen für größere Gebietseinheiten, da bei kleinen Kommunen Schwankungen in den Parametern Fertilität, Mortalität und Migration einen relativ starken Einfluss auf die Entwicklung der Bevölkerungszahl haben. Dem wurde Rechnung getragen, indem für Gemeinden unter 5 000 Einwohnern ein kürzerer Vorausberechnungshorizont – 2024 bis 2038 – gewählt wurde. Für größere Gemeinden stehen in Anlehnung an die Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung Daten bis zum Jahr 2044 zur Verfügung. Das Bayerische Landesamt für Statistik betont, dass die konkrete Anwendung und Beurteilung der Daten dem Nutzer überlassen bleibt. In den Kreisen und Gemeinden sind die spezifischen Faktoren (z. B. zukünftig erhöhte Zuzüge durch Betriebsansiedlungen, Ankunft von Schutzsuchenden, vermehrte Fortzüge wegen fehlender Infrastruktur oder Arbeitsplatzmangel, lokale Auswirkungen von Pandemien) besser bekannt.
Weitere Ergebnisse sowie die Methodik, die Datengrundlage und die Annahmen der beiden Bevölkerungsvorausberechnungen beschreibt der Begleitartikel in der Monatszeitschrift „Bayern in Zahlen“, Ausgabe 04/2026[A1] .
Ausführliche Ergebnisse zur Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung enthält der Statistische Bericht „Beiträge zur Statistik Bayerns, Heft 559: Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2044“.
