Pressemitteilung
Fürth, den 15. April 2026
Knapp 20 Prozent weniger Umsätze in Bayerns Bauhauptgewerbe im Februar 2026 gegenüber Vorjahr
Gemischtes Bild beim Auftragseingang, gewerblicher Tiefbau mit +6,3 Prozent
Im Februar 2026 erzielt das bayerische Bauhauptgewerbe einen baugewerblichen Umsatz von rund 1,05 Milliarden Euro. Gegenüber Februar 2025 bedeutet das einen Rückgang um etwa ein Fünftel. Die schwache Umsatzentwicklung der Branche zum Jahresstart betrifft sowohl den Hoch- als auch den Tiefbau.
Schweinfurt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, sinkt der Umsatz des bayerischen Bauhauptgewerbes im Februar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,7 Prozent bzw. rund 258 Millionen Euro.
Genereller Umsatzrückgang über fast alle Bausparten
Einzig im öffentlichen Tiefbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen werden um 2,9 Prozent bzw. 3,5 Millionen Euro höhere Umsätze erwirtschaftet. Der gewerbliche und industrielle Tiefbau verbucht mit 132 Millionen Euro (‑36,2 Prozent) die wertmäßig größte Umsatzeinbuße gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Hochbau sind die erwirtschafteten Umsätze in allen Bausparten um bis zu 47,3 Prozent niedriger als vor Jahresfrist.
Auftragseingänge im gewerblichen Tiefbau +6,3 Prozent
Die Auftragseingänge im bayerischen Bauhauptgewerbe gehen im Februar 2026 um 6,0 Prozent zurück. Die größten absoluten Rückgänge liegen mit 61 Millionen Euro (‑24,4 Prozent) im Bereich des Straßenbaus bzw. mit 50 Millionen Euro (‑13,9 Prozent) beim gewerblichen und industriellen Hochbau. Steigerungen um jeweils etwa 20 Millionen Euro gibt es dagegen im öffentlichen Tiebau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen (+11,8 Prozent) und im gewerblichen und industriellen Tiefbau (+6,3 Prozent).
Im Hochbau verzeichnen mit Ausnahme des öffentlichen Hochbaus für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen (+4,0 Prozent) alle Bausparten abnehmende Auftragsvergaben. Die Spanne der relativen Rückgänge beläuft sich zwischen 6,4 Prozent im Wohnungsbau und 26,8 Prozent im öffentlichen Hochbau ohne Erwerbszweck.
Preisbereinigt moderate Entwicklung im Wohnungsbau – Tiefbau bleibt robuster
Im Vergleich zum Bezugsmonat des Basisjahres 2021 liegen die Auftragseingänge insgesamt im Februar 2026 niedriger. Nominal gehen die Auftragseingänge um 12,1 Prozentpunkte zurück, preisbereinigt um 33,6 Prozentpunkte (siehe Grafik 1). Beim Umsatz zeigt sich nominal ein Plus von 12,7 Prozentpunkten gegenüber Februar 2021. Real hingegen ist der Umsatz um 2,0 Prozent rückäufig. Der (preisbereinigte) Wert des Bezugsmonats Februar im Basisjahr 2021 wird in den folgenden Grafiken 1 und 2 jeweils als brauner Punkt (Umsatz) und blaues Dreieck (Auftragseingang) über dem aktuellen Monatswert dargestellt.
Im Vergleich zum Februar 2025 sinken sowohl nominaler und realer baugewerblicher Umsatz (‑15,6 Prozentpunkte bzw. ‑12,5 Prozentpunkte). Der Auftragseingang ist mit nominal ‑5,9 Prozentpunkten und real ‑5,2 Prozentpunkten ebenfalls rückläufig.
Im Wohnungsbau (siehe Grafik 2) zeigen die preisbereinigten Daten den deutlichen Rückgang dieser Bausparte: Die Aufträge liegen real 36,9 Prozentpunkte unter dem Monatswert des Jahres 2021, die Umsätze um 11,1 Prozentpunkte darunter. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich wiederum eine Abnahme sowohl beim nominalen Umsatz (‑3,8 Prozentpunkte) als auch beim realen Umsatz (‑3,6 Prozentpunkte). Die Auftragseingänge verzeichnen nominal sowie real einen Rückgang um 4,9 Prozentpunkte bzw. 4,6 Prozentpunkte.
Mit Blick auf die Bausparten übertrifft der Tiefbau den Hoch- und Wohnungsbau auch im Februar 2026 zumindest beim Auftragseingang deutlich (siehe Grafik 3). Vor allem Projekte im Bereich der Energie- und Verkehrsinfrastruktur stützen die Gesamtentwicklung des bayerischen Bauhauptgewerbes.
Konstanter Personalstand im Bauhauptgewerbe
Ende Februar 2026 sind im bayerischen Bauhauptgewerbe insgesamt 104 726 Personen tätig und damit gut 1 000 mehr als im Vorjahresmonat. Diese Beschäftigten leisten an 20 Arbeitstagen 4,5 Millionen Arbeitsstunden, die mit rund 353 Millionen Euro Entgelt vergütet werden. Im Februar 2025 wurden bei ebenfalls 20 Arbeitstagen 7 Millionen Arbeitsstunden mit einem Gesamtentgelt von rund 345 Millionen Euro entlohnt.
Hinweise:
Die Berichterstattung basiert auf den Ergebnissen des Monatsberichts im Bauhauptgewerbe. Im Rahmen dieser Erhebung werden die bauhauptgewerblichen Betriebe von rechtlichen Einheiten mit 20 oder mehr tätigen Personen befragt.
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der voraussichtlich in KW 17 erscheint:
„Bauhauptgewerbe in Bayern im Februar 2026“ (Bestellnummer: E2100C 202602).
