Pressemitteilung
Fürth, den 5. März 2026
Wintersemester 1903: Erstmals Einschreibung von Frauen an Hochschulen Bayerns möglich. Was hat sich bis heute getan?
Statistische Daten zeigen Wandel der Zeit bei Frauen im Studium seit 1903 bis heute
Im Jahr 1900 durften sich Frauen zunächst im Großherzogtum Baden offiziell zum ersten Mal an Universitäten einschreiben, ab dem Jahr 1903 dann auch im Königreich Bayern. Im Wintersemester 1903/04 waren von insgesamt 4 855 Studierenden 80 Frauen an den Hochschulen in Bayern und Baden eingeschrieben. Knapp 50 Jahre später zeigt die Statistik in der Nachkriegszeit einen Anstieg im Wintersemester 1951/1952 auf 3 847 weibliche Studierende; das entspricht einem Anteil von 15,6 Prozent an der Gesamtzahl von 24 666 Studierenden. Dann der Sprung in die nahe Gegenwart: Im Wintersemester 2025/26 sind insgesamt 49,2 Prozent aller 404 320 Studierenden an den Hochschulen in Bayern weiblich. Viele davon wählen die besonders anspruchsvollen naturwissenschaftlichen MINT-Fächer. Der Frauenanteil im ersten Hochschulsemester in diesen Fächern liegt im Wintersemester 2024/25 in Bayern bei 35,2 Prozent (142 321).
Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik nach einem Blick in die ersten Erfassungen von Studentinnen an Hochschulen mitteilt, waren im Jahr 1903, als sich Frauen das erste Mal auch in Bayern offiziell an Universitäten einschreiben durften, von insgesamt 4 855 Studierenden 80 Frauen in Baden und Bayern immatrikuliert. Bereits in der Nachkriegszeit stieg die Zahl im Wintersemester 1951/1952 auf 3 847 Studentinnen von insgesamt 24 666 Personen. Nach den vorläufigen Ergebnissen für das Wintersemester 2025/26 sind insgesamt 49,2 Prozent aller 404 320 Studierenden an den Hochschulen in Bayern weiblich.
Fächerbelegungen der Studentinnen im WS 2024/25 und WS 1951/52
Der Frauenanteil liegt in Bayern im Wintersemester 2024/25 im ersten Hochschulsemester bei MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) bei 35,2 Prozent.
Der Studienbereich Pharmazie weist hier bei Studienanfängern den höchsten Frauenanteil auf.
Der Frauenanteil der Erstimmatrikulationen liegt im Wintersemester 2024/25 im Studienbereich Pharmazie bei 80,0 Prozent (288 Frauen), Biologie bei 67,3 Prozent (1 163 Frauen), Architektur/ Innenarchitektur bei 62,7 Prozent (618 Frauen), Geographie bei 59,9 Prozent (468 Personen) und bei Chemie bei 50,4 Prozent (537 Einschreibungen).
Zum Wintersemester 1951/52 studierten damals insgesamt 3 847 Frauen. Sie bevorzugten das Studium der Sprachwissenschaften (Lehrer-Beruf) und waren damals 773 an der Zahl. Das Medizinstudium mit 702 weiblichen Studierenden folgte an zweiter Stelle.
Beim Studienfach Pharmazie sind Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Zeitvergleich deutlich sichtbar. Während im Wintersemester 1951/52 gerade 480 von insgesamt 20 819 Männern das Studienfach belegten (2,3 Prozent), waren es demgegenüber 397 von insgesamt
3 847 Studentinnen (10,3 Prozent). Im Vergleich zum Wintersemester 2024/25 waren zwar auch mehr Frauen (1 769) als Männer (613) in dieser Fachrichtung eingeschrieben, anteilig bleibt das Verhältnis der Geschlechter gleichermaßen unter einem Prozent.
Deutlich verändert hat sich seit dem Wintersemester 1951/52 auch die Geschlechterverteilung in den Studienfächern Allgemeinmedizin (Humanmedizin), Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Studierten im Wintersemester 1951/52 noch 702 Frauen und
2 055 Männer Medizin, waren es im Wintersemester 2024/25 insgesamt 13 441 weibliche und
6 699 männliche Studierende.
Bei dem Studienfach Rechtswissenschaften entwickelten sich die Zahlen von 196 Frauen und
2 534 Männern (WS 1951/52) zu 12 205 Frauen und 7 935 Männern (WS 2024/25). Ein Fortschritt zeigt sich bei den Wirtschaftswissenschaften. Während vor 73 Jahren 468 Frauen und 3 407 Männer als Studierende gezählt wurden, sind es nun 31 980 Studentinnen und 34 946 Studenten.
In Medizin und Rechtswissenschaft haben sich demnach die Anteile gedreht, wonach inzwischen mehr Frauen als Männer gezählt werden. Bei den Wirtschaftswissenschaften ist das zwar nicht der Fall, aber die Anteile haben sich auf deutlich angenähert.
Frauen mehr in MINT-Fächern
Im Prüfungsjahr 2024 wurden insgesamt 77 781 erfolgreiche Abschlüsse (inkl. Promotionen) vergeben. Frauen stellten dabei mit 39 284 Abschlüssen mehr als die Hälfte. In MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) lag ihr Anteil bei 32,1 Prozent
(10 077 Abschlüsse).
Mit 70,8 Prozent weist der Studienbereich Pharmazie im Prüfungsjahr 2024 den höchsten Frauenanteil bei den erfolgreichen Abschlüssen vor. Darauf folgt der Bereich Biologie mit
65,9 Prozent. Der Anteil an erfolgreichen Absolventinnen im Fach Architektur/Innenarchitektur liegt bei 63,2 Prozent. Die Fächer Geographie und Raumplanung sind mit 61,1 Prozent und 57,6 Prozent von Frauen erfolgreich abgeschlossen worden.
Im Prüfungsjahr 1951 wurden insgesamt 4 526 Abschlussprüfungen erfolgreich absolviert. Darunter zählte man 687 Absolventinnen. Führend von Frauen mit Erfolg abgeschlossene Fächergruppen waren damals das „Gesundheitswesen“ mit 383 Studentinnen und „Lehramt und Psychologie“ mit 165 Abschlüssen. 80 Abschlussprüfungen gab es bei den Wirtschaftswissenschaften. Schlusslicht bildeten die Rechtswissenschaften (26), Naturwissenschaften (13), Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Bauwesen (12) sowie Technische Wissenschaften (8).
Auszug aus dem Statistischen Bericht „Hochschulprüfungen in Bayern 1949-1956“:
Hinweise:
1)Quellenangabe: Institut für Hochschulbildung und Ökonomie – Bericht Zur Geschichte des Frauenstudiums in Deutschland bis 1945
2)Quellenangabe: Statistisches Jahrbuch 1905
Mehr Ergebnisse enthält die Tabelle:
„2. Schnellmeldung – Vorläufige Daten zum Wintersemester 2025/26“ (Stand 14.11.2025).
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht:
„Prüfungen an den Hochschulen im Prüfungsjahr 2024“ (Bestellnr. B3320C 202400)
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht:
„Bayerns Hochschulen in der Nachkriegszeit 1945 bis 1952“ (Bestellnr. B312 WS1945)
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht:
„Hochschulprüfungen in Bayern 1949-1956“
Mehr Ergebnisse enthalten die „Statistischen Jahrbücher“
