Pressemitteilung

051/2026/35/N
Fürth, den 27. Februar 2026

Reallöhne im Freistaat steigen im Jahr 2025 um 2,0 Prozent

Nominallohnzuwachs liegt bei 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Die Nominallöhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im Jahr 2025 um durchschnittlich 4,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Die Verbraucherpreise nehmen im selben Zeitraum um 2,1 Prozent zu. Wie das Fachteam im Bayerischen Landesamt für Statistik weiter mitteilt, errechnet sich für die Reallöhne im Freistaat im Jahresdurchschnitt 2025 ein Zuwachs um 2,0 Prozent. Im vierten Quartal 2025 erhöhen sich die realen Verdienste um durchschnittlich 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Dritthöchster Anstieg der Nominallöhne im Jahresdurchschnitt 2025 seit 2008
Fürth. Die nominalen Verdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im Jahr 2025 um durchschnittlich 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei handelt es sich um den dritthöchsten Anstieg der Nominallöhne seit 2008. Im Jahr 2023 hat das Nominallohnwachstum noch bei 6,3 Prozent und im Jahr 2024 bei 5,3 Prozent gelegen.

Die Verbraucherpreise nehmen im Jahr 2025 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Somit steigen die realen (preisbereinigten) Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im selben Zeitraum durchschnittlich um 2,0 Prozent.

Überdurchschnittlich starke Nominallohnsteigerungen im Dienstleistungsbereich
Im Produzierenden Gewerbe erhöhen sich die Nominallöhne im Jahresdurchschnitt 2025 mit 3,0 Prozent im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (+4,2 Prozent) weniger stark. Innerhalb des Produzierenden Gewerbes weisen die Wirtschaftsabschnitte „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ (+4,8 Prozent) und „Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden“ (+4,3 Prozent) ein überdurchschnittliches Nominallohnwachstum auf. Eine unterdurchschnittliche Steigerung lässt sich unter anderem im Wirtschaftsabschnitt „Verarbeitendes Gewerbe“ mit einem Plus von 2,7 Prozent feststellen.

Im Dienstleistungsbereich liegt die nominale Verdienststeigerung im Vergleich zum Vorjahr mit 4,8 Prozent über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (+4,2 Prozent). Innerhalb des Dienstleistungsbereichs verzeichnen im Jahr 2025 insbesondere die Wirtschaftsabschnitte „Information und Kommunikation“ sowie „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ mit jeweils einem Plus von 5,8 Prozent starke Verdienststeigerungen gegenüber dem Jahr 2024. Auch im Abschnitt „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ steigen die Verdienste überdurchschnittlich (+5,6 Prozent). Dagegen fällt das Nominallohnwachstum in den Wirtschaftsabschnitten „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (+3,7 Prozent) sowie „Verkehr und Lagerei“ (+2,9 Prozent) vergleichsweise gering aus.

Geringverdienende und Frauen mit stärkstem Nominallohnzuwachs
Bei Betrachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach ihrem Beschäftigungsumfang zeigt sich, dass Vollzeitkräfte im Jahr 2025 mit 4,4 Prozent einen leicht überdurchschnittlichen Anstieg der Nominallöhne aufweisen. Unter den Vollzeitbeschäftigten hat das Fünftel mit den geringsten Verdiensten (1. Quintil) mit im Durch-schnitt 5,8 Prozent den höchsten Nominallohnanstieg gegenüber dem Vorjahreszeit-raum. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten unter den Beschäftigten in Vollzeit (5. Quintil) beläuft sich der Lohnanstieg im Jahr 2025 auf durchschnittlich 4,1 Prozent. Die nominalen Verdienste von vollzeitbeschäftigten Frauen nehmen 2025 mit im Schnitt 4,8 Prozent etwas stärker zu als die Nominallöhne von Männern in Vollzeit mit durchschnittlich 4,2 Prozent.

Dagegen liegt die nominale Verdienststeigerung von geringfügig Beschäftigten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr mit 0,2 Prozent deutlich unter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Nominallöhne aller Beschäftigten. Teilzeitkräfte verzeichnen im Jahresdurchschnitt 2025 ein leicht unterdurchschnittliches Plus von 4,0 Prozent.

Reallohnwachstum im vierten Quartal 2025
Für das vierte Quartal 2025 ist ebenfalls ein positives Wachstum der realen Verdienste feststellbar: Die Reallöhne der Beschäftigten im Freistaat steigen gegenüber dem vierten Quartal 2024 um durchschnittlich 2,1 Prozent. Im ersten und zweiten Quartal des Jahres 2025 sind die Reallöhne um 1,6 Prozent bzw. 1,4 Prozent und im dritten Quartal 2025 um 3,1 Prozent gestiegen. Die nominalen Verdienste nehmen im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,2 Prozent zu. Die Verbraucherpreise verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 2,1 Prozent.

Hinweise:
Regionalisierte Daten stehen nicht zur Verfügung.

Nominallohnindex und Reallohnindex
Die Entwicklung der Nominallöhne wird mit dem Nominallohnindex berechnet. Der Nominallohnindex bildet die Verän-derung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab. Der Nominallohnindex hat bis Ende des Jahres 2024 auch die Inflationsausgleichsprämie miterfasst. Die Inflationsausgleichsprämie wurde im Sinne der Entgeltbescheinigungsverordnung nicht als Sonderzahlung (sonstige Bezüge) definiert, da sie steuer- und abgabenfrei war. Aus diesem Grund wurde die Prämie sowohl bei den Verdienstindizes mit Sonderzahlungen als auch den Verdienstindizes ohne Sonderzahlungen im gleichen Umfang abgebildet. Das Auslaufen der Inflationsausgleichsprämie zum Ende des Jahres 2024 kann sich auch im Jahr 2025 noch auf die Entwicklung der Verdienstindizes auswirken.

Beim Reallohnindex wird die Verdienstentwicklung ins Verhältnis zur Entwicklung der Verbraucherpreise gesetzt. Er gibt somit Hinweise zur Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Verdienstindizes werden in regelmäßigen Abständen auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab dem 4. Quartal 2025 erfolgt die Umstellung von der bisherigen Basis 2022 auf das Basisjahr 2025. Die Verdienstindizes werden nun auf der neuen Basis 2025=100 berechnet. Alle bisherigen Zeitreihen der Verdienstindizes wurden rückwirkend rein rechnerisch auf das Basisjahr 2025 umgestellt. Die dazugehörigen Veränderungsraten können daher rundungsbedingt von den bisherigen Veröffentlichungen abweichen.

Quintile
Quintile teilen die Verdienste in fünf Größenklassen. Das erste Quintil umfasst das untere Fünftel der Beschäftigten auf der Verdiensteskala, das sind die 20 Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Verdiensten. Das fünfte Quintil umfasst die 20 Prozent der Beschäftigten mit den höchsten Verdiensten.

Datengrundlage
Die Datengrundlage für den Nominallohnindex ist die Verdiensterhebung. Hierfür werden in einer repräsentativen Stichprobe rund 6 400 bayerische Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich befragt.

Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der in KW 10 erscheint:
Verdienstindizes in Bayern im 4. Quartal 2025“ (Bestellnummer: N1300C 202544).

Des Weiteren können die Ergebnisse zum Real- und Nominallohnindex auf der neuen Basis 2025=100 in Kürze auch über die Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden: Bayerisches Landesamt für Statistik - GENESIS-Online: Statistik: 62361